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Home of Rock (Germany/Deutschland) - Live from Momo's Review
Live from Momo's
Endlich ist es mal wieder soweit. Eine Platte, die mich so richtig anmacht,
weil sie die richtigen Vibes besitzt und ja, groovt. Nun ist es ja nicht
so, dass die letzten Scheiben, die in meinem Player kreisten, mir nicht
gefielen, es ist nur so, dass THE BAND OF HEATHENS so zielsicher meinen
musikalischen Nerv treffen, dass ich nicht umhin kann, in Jubelarien zu
verfallen. Um dieses Album zu mögen, sollte man allerdings verstärktes Interesse
für Leute wie THE BAND, THE EAGLES, LITTLE FEAT, THE SUBDUDES, Dr. John,
Dan Penn, Donnie Fritts, Greg Trooper und wie sie alle heissen, aufbringen.
Man sollte also eine Affinität für Country meets Soul meets Folk entwickelt
haben, dann dürfte "Live From Momo's" einen Freudentaumel oder zumindest
ein wohliges Gefühl auslösen.
Man fühlt sich mit THE BAND OF HEATHENS sehr schnell zu Hause, weil sich
die Herrschaften zwar ganz ungeniert, aber auch sehr gekonnt aus dem reichhaltigen
Topf der Austin/NewOrleans-Linie bedienen, ein spürbar authentisches 'southern-feeling'
verinnerlicht haben und ihre Instrumente von A-Z beherrschen. Letztlich
bauen sie sattsam bekannte, musikalische Mosaiksteine zu einem frisch polierten
Bild zusammen und präsentieren das Ganze quasi als eigene Erfindung. Die
gute alte Metapher vom alten Wein in neuen Schläuchen passt hier nur zu
gut. Nicht zuletzt imponiert diese Band mit vier durchweg versierten Songwritern
und Sängern, die in ihrem texanischen Umland jeweils schon zu Soloalbum-Ehren
kamen. Brian Keane, Ed Jurdi, Gordy Quist und Colin Brooks teilen sich auf
"Live From Momo's" die Songwriter-Credits mit einem Traditional (Ain't no
more cain) und einem Tom Waits-Cover (Anywhere I lay my head) und servieren
ein 13-Song-Paket ohne Schwächen. So ganz nebenbei beindrucken sie auch
noch mit knalligen Gitarrensoli und hitzigen Lap-Steel-Fahrten. Hier passt
einfach alles.
Interessant auch, dass THE BAND OF HEATHENS sich mehr oder weniger nur zufällig
zusammenfanden, als die Herrschaften eines Tages in ein und demselben Club
als Einzelkünstler engagiert waren, sich dort zwangsläufig kennen- und schätzen
lernten und für die nächste sich bietende Gelegenheit ein informelles Zusammenspiel
mit Jam-Charakter vereinbarten. Das haute dann derart gut hin, dass sich
die Jungs vornahmen, ihre Kräfte für die Zukunft zu bündeln und eine neue
Texas-Supergroup zu formieren. Anfangs noch unter dem recht dämlichen Namen
GOOD TIME SUPPER CLUB unterwegs, brachte sie ein Druckfehler in einer lokalen
Zeitung auf den Namen HEATHENS. Heiden in USA, auweia, schon ein starkes
Stück, gewagter Name in den katholisch durchsetzten Staaten. Die Jungs werden
schon wissen, was sie tun. Ihr musikalisches Gespür jedenfalls lässt keinen
Zweifel daran, dass sie sich mit dieser brodelnden Mixtur eine Menge Freunde
erspielen werden. Dass sie übrigens Labelkollegen der ebenfalls imponierenden
Combo MACON GREYSON sind, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
Absolut empfehlenswert. Meine Platte des Monats.
